Meine persönliche Situation im Januar 2023 war die folgende: Ich hatte früher auch viel gearbeitet, aber 2022 war noch mal mehr, als es zuträglich war. Als ich mich nach einem sehr intensiven Jahr ausgelaugt fühlte, bat ich meinen Arbeitgeber um eine kleine Auszeit zum Jahreswechsel. Diese wurde mir auch gewährt, nutzte aber jener, um gleich mal einen Nachfolger für mich zu suchen und zu finden und mir dann im Januar zu kündigen.
 
Das war heftig, zumal es meine erste Kündigung in meinem Leben war. Manch einer fällt dann in ein tiefes Loch.

Wie es der Zufall wollte, hatte mein bester Freund Raik ebenso gerade seine Herausforderungen bei seinem Arbeitgeber. Das gab uns beiden die Möglichkeit, etwas zu unternehmen, was wir in all den Jahren der Freundschaft nie hatten, mal ohne die Partnerinnen und Familie etwas zusammen zu unternehmen.
 
Raik brachte das Thema Jakobsweg ins Spiel. Natürlich habe ich den Bestseller von Hape Kerkeling gelesen und den gleichnamigen Film geschaut und sicherlich auch damals mal leise darüber nachgedacht, es ihm gleichzutun, aber allzu groß war dieser Wunsch nicht. Meine Sehnsüchte in Richtung Wanderung zu Fuß gingen eher in weite Ferne – Trekking durch Nepal zum Beispiel.
 
Nun ist es auch nicht so leicht, eingebunden in ein Privat- und Berufsleben, mal eben für sechs Wochen loszueisen. Das funktionierte auch jetzt nicht, denn auch wenn das Berufsleben ruhte, blieb immer noch eine Familie. 
 
Und so entdeckten wir durch Recherche mit dem Caminho Portugues eine Möglichkeit, die perfekt für unsere Situation passte – überschaubare Zeit mit 2 Wochen, überschaubare Kilometer und mit Porto, das Raik schon persönlich erleben durfte, ein städtisches Highlight auf der Tour.
 
Mehr dazu im Kapitel Planung.