Über mich

Mein Weg war selten geradlinig. Zum Glück.

Ich bin Thomas Böhme. Mich interessieren Menschen, ihre Widersprüche und die Wege, auf denen sie zu sich selbst finden.

Herkunft

Ich bin in einem Land aufgewachsen, das es heute nicht mehr gibt. Eine behütete Kindheit, aber eine Jugend, die mich früh lehrte, wo die Grenzen einer Mangelwirtschaft lagen. 1989 fiel eine Mauer und mit ihr die Vorstellung, dass Wege vorgezeichnet sein müssen. Seitdem traue ich Grenzen weniger als der Möglichkeit, sie zu verschieben.

Majestätische Berggipfel mit Schneeflächen und Nebel.
Majestätische Berggipfel mit Schneeflächen und Nebel.

Anpassung und Bruch

Ich habe gelernt, mich in Systemen zu bewegen und in ihnen erfolgreich zu sein. Ein erster beruflicher Traum zerplatzte in der Dotcom-Blase. Danach kamen Jahre im Vertrieb, wachsende Verantwortung und äußerer Erfolg.

Doch Erfolg ist noch keine Richtung. Irgendwann wurde die leise Frage, ob das schon alles sein sollte, hartnäckiger als die Sicherheit des eingeschlagenen Weges. Ich konnte sie nicht mehr verdrängen – also begann ich, ihr zu folgen.

Suche

Ein Warnsignal meines Körpers wurde zum Wendepunkt. Ich begann, vieles neu zu befragen: meine Arbeit, meine Vorstellungen von Erfolg und die Art, wie ich leben wollte.

Diese Suche führte mich in Seminarräume und Fastenretreats, zweimal nach Indien und schließlich auf den Jakobsweg. Nicht, weil dort fertige Antworten auf mich warteten. Vielmehr lernte ich, genauer hinzusehen, Gewissheiten loszulassen und mit offenen Fragen zu leben.

Mitgenommen habe ich weniger Gewissheit, als ich anfangs suchte – dafür mehr Demut. Und die Erfahrung, dass Umwege manchmal näher zu uns selbst führen als der vermeintlich direkte Weg.

Tom Boheme vor der beeindruckenden Kathedrale von Santiago de Compostela.
Tom Bohéme entspannt am Meer mit Sonnenbrille und blauer Halskette.

Warum ich schreibe

Mich interessieren Menschen und ihre Widersprüche: unser Wunsch nach Freiheit und unser Bedürfnis nach Sicherheit, die Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen, und die Entscheidungen, in denen sich zeigt, wer wir tatsächlich sind.

Tom Bohème ist der Ort, an dem ich diesen Fragen nachgehe – in Essays, Beobachtungen und Geschichten über Freiheit, Bewusstsein und das Abenteuer, Mensch zu sein. Nicht, weil ich die Antworten kenne. Sondern weil manche Fragen zu wertvoll sind, um sie vorschnell zu beantworten.

Was ich darin erkenne

Rückblickend sehe ich keinen geradlinigen Plan. Eher ein wiederkehrendes Ringen zwischen Sicherheit und Wahrhaftigkeit, Anpassung und Eigenständigkeit. Ich habe nicht jedes System verlassen – aber ich habe gelernt, keines für unveränderlich zu halten.

Vielleicht ist genau das meine Vorstellung einer zeitgemäßen Bohème: nicht die Flucht aus der Welt, sondern der Versuch, bewusst und eigenständig in ihr zu leben.

Die Bohème ist kein Ausstieg. Sie ist die Weigerung, das eigene Leben ungeprüft zu übernehmen.